/Bild des Monats
12 06, 2019

Bild des Monats Juni 2019

2019-06-12T13:49:51+02:00

Sonnenprotuberanz trotz Minimum

Eine Protuberanz kann nur mit erheblich höherer Belichtungszeit aufgenommen werden als die Sonnenoberfläche. Das verwendete Teleskop (Coronado PST) sammelt Licht in der sogenannten H-alpha-Linie, also einem schmalbandigen Ausschnitt der Lichtes, der für das menschliche Auge ohne Hilfsmittel nicht zugänglich ist. Das Bild besteht aus zwei Ebenen, die nachträglich im Freeware PC-Programm Paint.net mit der Layertechnik zusammengesetzt wurden. Das Bild mit der Protuberanz bildet den Hintergrund, auf den die Sonnenoberfläche aus einem zweiten Bild aufgebracht wurde. Es handelt sich hierbei um den „ersten Versuch“ in der Anwendung dieser Technik.

Da das Rohmaterial mit einer Schwarz/Weiß-Kamera aufgenommen wurde, ist das Ausgangsmaterial eigentlich ebenfalls nur in Schwarz/Weiß. Da das Stackprogramm jedoch bei der Bildaddition alle Farbkanäle bedient, kann der Blau- und der Grün-Kanal ausgeblendet werden und man erhält ein rotes Bild, das eher den Erwartungen an ein h-alpha-Bild entspricht.

Das Bild ist am 30.4.2019 entstanden.

Coronado PST
2 X Coronado-Barlow
ASI 290 mm
AsiCapture als Aufnahmesoftware
Autostakkert 3 (10% von 1000 frames je Einzelaufnahme)

Jürgen Stolze, WFS

Bild des Monats Juni 20192019-06-12T13:49:51+02:00
14 05, 2019

Bild des Monats Mai 2019

2019-06-12T13:52:19+02:00

Rosige Aussichten – der Rosettennebel

Ein beeindruckendes Objekt am Winterhimmel ist der Rosettennebel im Sternbild Einhorn. Es ist ein Emissionsnebel, der durch die Sterne des offenen Sternhaufens NGC 2244 in seinem Zentrum zum Leuchten angeregt wird. Der Emissionsnebel hat eine Ausdehnung von rund 80 x 60 Bogenminuten  am Himmel und erscheint etwas größer als der Orionnebel. Die Helligkeit des Emissionsnebels liegt bei 6 mag, somit ist er visuell ohne optische  Hilfsmittel nicht zu erfassen.

Die Aufnahme entstand in Bärenklau, einer Ortschaft in einer Entfernung von knapp 30 km vom Berliner Stadtzentrum, wo man noch einen dunklen  Nachthimmel erleben kann.
An dieser Stelle sei Roman Rogoszynski für seine wertvollen Ratschläge bei der Bildbearbeitung gedankt.

Aufnahmedaten
Datum:        3. Januar 2019,  1:58 – 3:26 MEZ
Teleskop:     4″ Refraktor 100/580 mm
Kamera:       Moravian G2-8300
Aufnahmen:    je 8 Aufnahmen in LRGB mit 120 sec
Wetter:       klar, SQM-Meter: 20.60 mag/“² im Zenit
Christian Kowalec, WFS Berlin

Bild des Monats Mai 20192019-06-12T13:52:19+02:00
8 04, 2019

Bild des Monats April 2019

2019-05-14T11:13:09+02:00

Aus dem Nebel entsprungen – der Pferdekopfnebel

Der Pferdekopfnebel (IC 434) ist Teil einer Dunkelwolke im Sternbild Orion am östlichen Gürtelstern vor einem Emissionsnebel aus leuchtendem Wasserstoffgas in einer Entfernung von ca. 1500 Lichtjahren. Im sichtbaren Teil des Spektrums wird nur wenig Licht abgestrahlt, weshalb der Nebel dunkel erscheint. Wegen seiner geringen Helligkeit ist er ein sehr schwieriges Objekt und nur unter mondlosem dunklem Alpenhimmel mit einem H-Beta-Filter mit mindestens 20 cm Öffnung visuell zu erahnen.
Fotografisch ist der Pferdekopfnebel in der Stadt nur mit einem schmalen H-alpha Filter und langer Belichtungszeit aufnehmbar.

Aufnahmedaten
24. und 27. Februar 2019, Berlin Schmargendorf
250/1200 mm Newton (1:5), ASI16000MM Monochromkamera
Belichtungszeit 4,3 Std., Nachführung durch 50mm Sucher mit MGEN-2

M. Kiehl, WFS Berlin

Bild des Monats April 20192019-05-14T11:13:09+02:00
1 03, 2019

Bild des Monats März 2019

2019-04-08T15:00:29+02:00

Knall im All – der Krebsnebel

Beim Krebsnebel (Messier 1, NGC 1952) handelt es sich um einen Supernova-Überrest im Sternbild Stier. Die Supernova zündete am 04.07.1054, was die Chinesen damals als „Gaststern“ beobachteten. Dieser Gaststern war so hell, dass er 23 Tage lang am Taghimmel sichtbar war. Die scheinbare Maximalhelligkeit lag bei -6 Mag. Die Explosionsreste dehnten sich zum heute noch sichtbaren Krebsnebel aus, der 1731 von John Bevis und unabhängig davon 1758 von Charles Messier entdeckt wurde. Im Jahr 1921 wurde erkannt, dass der Krebsnebel sich ausdehnt. Aus der Ausdehnungsgeschwindigkeit wurde sein Alter von ca. 900 Jahren bestimmt.
Auch heute noch dehnt er sich mit ca. 1.500 km/sec. aus und hat derzeit eine Größe von 14 x 10 Lichtjahren erreicht. Die Entfernung von der Erde (ca. 6.500 Lichtjahre) wurde grob aus der durch den Dopplereffekt (Spektroskopie) bestimmten Bewegung in unserer Sichtlinie in Vergleich zur Ausdehnung senkrecht dazu (Fotoaufnahmen) bestimmt.
Im Innern des Krebsnebels befindet sich der Überrest des explodierten Sterns. Es handelt sich um einen Neutronenstern mit einer Masse von 1,4 Sonnenmassen bei nur 30 km Durchmesser. Er rotiert sehr schnell mit mehr als 30 Rotationen/sec. (Pulsar).
Die roten Filamente auf dem Foto sind Reste der Sternatmosphäre aus ionisiertem Wasserstoff, Helium, Kohlenstoff, Sauerstoff, Stickstoff, Neon, Schwefel und Eisen. Das weißliche Innere leuchtet aufgrund von Synchrotronstrahlung. Hier werden Elektronen im sehr starken Magnetfeld des Pulsars beschleunigt. Um den Pulsar in Bildmitte herum kann man auch Schockfronten innerhalb der Synchrotronstrahlung erkennen.

Aufnahmedaten

26.09.11, Emberger Alm, Österreich

443/2048 mm Newton (1:4,6), SBIG ST-10 XME, Belichtungszeit 4,25 Std., Nachführung mit AO-8, Ausschnittvergößerung.

D. Hartmann, WFS Berlin

Bild des Monats März 20192019-04-08T15:00:29+02:00
7 02, 2019

Bild des Monats Februar 2019

2019-03-01T11:00:20+02:00

Feuermond trotz Wolkenbruch – Die totale Mondfinsternis vom 20/21. Januar 2019

Eine Mondfinsternis mitten im Winter, das verspricht gute Beobachtungsbedingungen, steht der Vollmond doch nur dann hoch am Himmel. Jedenfalls wenn das Ereignis auch zur Mitte der Nacht stattfindet und das Wetter mitspielt. In Deutschland war das Ereignis nur etwas für Frühaufsteher und der Mond stand zu Beginn der Finsternis schon recht tief am Westhorizont. Die angesagte Frostperiode verhieß zumindest klare Nächte, doch leider stellte sich ich vielen Regionen in den frühen Morgenstunden Hochnebel ein, der den Blick auf unseren Erdtrabanten verhinderte. So wurden auch die Hoffnungen auf eine schöne Beobachtung auf unserer Sternwarte von einer dicken Hochnebelschicht zunichte gemacht.

Auch eine Reise an die sonnengewohnte US Westküste ist im Januar keine Wettergarantie. Die Vorhersage kündete von Alaska bis Mexiko eine über 90%ige Wolkenwahrscheinlichkeit an. So gestaltete sich die Jagd nach der Wolkenlücke auch im Großraum San Franzisco mehr als abenteuerlich. Der Plan, die Bedingungen mit einer Fahrt in den Regenschatten hinter den ersten Hügelketten zu verbessern endete in tiefhängenden Wolken, strömendem Regen und überschwemmten Straßen mit Steinschlag. Erst die Flucht zurück zur Küste führte in eine (wegen mangelnder Netzabdeckung im Hinterland unbemerkt) heranziehenden Wetterverbesserung und zu einer erfreulich klaren Beobachtung der gerade zu Ende gehenden Totalität und der kompletten Austrittsphase des Mondes aus dem Erdschatten und einem hervorragenden Beispiel der bei allen Astronomen so beliebten Wolkenloch-Astronomie.

Aufnahmedaten
Partielle Phase während Austritt des Mondes aus dem Kernschatten
Fremont, Kalifornien
2019-01-21 06:08:54 UT
10cm F8 Refraktor und Canon 600D DSLR
2sec bei ISO200
S. Fröhlich & G. Gottschalk, WFS Berlin

Bild des Monats Februar 20192019-03-01T11:00:20+02:00
14 01, 2019

Bild des Monats Januar 2019

2019-02-15T10:06:48+02:00

Wirtanen: (fast) unsichtbarer Weihnachts-Komet

Der Komet Wirtanen (46/P = 46. Periode) wurde wegen seiner großen Erd- und Sonnennähe Mitte Dezember als womöglich mit bloßem Auge zu sehender Komet erwartet. Leider klafften Erwartung und Realität auseinander. In Berlin konnten wir ihn selbst in den Außenbezirken mit Großferngläsern nicht sehen.

Wirtanen ist ein wiederkehrender Komet. Seit seiner Entdeckung 1948 auf einer Fotoplatte durch C. A. Wirtanen durchläuft er zum 46. Mal die Erdbahn. Die Umlaufzeit beträgt nur gut fünf Jahre (kurzperiodischer Komet). Sein äußerer Bahnumkehrpunkt (Aphel) liegt noch innerhalb der Bahn des Jupiters, von dem er in seinen Bahnparametern schon öfter beeinflusst wurde.

Wirtanen

Aufnahmedaten:
Das Foto wurde im Süden Berlins am 4. Dezember 2018 zunächst nur als Probe aufgenommen (600mm f/4 Newton, Canon 550, 6x30s). Danach waren aber wegen des schlechten Wetters und des Vollmondes keine weiteren Aufnahmen mehr möglich.
(Rolf Gänger, WFS)

Bild des Monats Januar 20192019-02-15T10:06:48+02:00