Tätigkeitsbericht 2020
Wilhelm-Foerster-Sternwarte e.V.

Das Berichtsjahr 2020 ist – wie sicher bei vielen Vereinen – das ungewöhnlichste in der Vereinsgeschichte überhaupt. Seit dem 12. März – kurz nach der Mitgliederversammlung am 3. März – wurden die Gebäude am Insulaner wegen der ausgebrochenen Corona-Pandemie vollständig geschlossen und selbst dem Vereinsvorstand wurde der Zutritt zu den Vereinsräumen untersagt. Das bedeutete, dass neben der Absage aller Veranstaltungen und Kurse auch die komplette Verwaltung des Vereins (Mitgliederdatei, Postverkehr, Kontoüberwachung) zunächst wochenlang ruhte. Nach intensiven Verhandlungen mit der Stiftungsleitung konnte erreicht werden, dass jeweils ein Vorstandsmitglied einzeln nach vorheriger Absprache das leere Planetariums-gebäude betreten durfte, um den Postverkehr (vor allem Rechnungen / Überweisungen) aufrecht zu halten und Unterlagen zu holen.. Der Austausch des Vorstandes untereinander bestand in dieser Zeit nur telefonisch und über e-mails. Erst am 5. Juni haben sich die Vorstandsmitglieder wieder zu einem kurzen persönlichen Austausch – auf Abstand – auf dem Parkplatz vor dem Planetarium getroffen. Die erste vollständige Vorstandssitzung im Planetarium fand dann am 6. Juli statt, nachdem die Hygieneregeln dies wieder zuließen.

Als besonderen Anspruch haben wir es verstanden, den Kontakt zu den Mitgliedern durch den  regelmäßigen Versand der Mitgliederzeitschriften aufrecht zu halten. Hier hat sich der Vorteil des digitalen Austauschs voll ausgezahlt. Die Ausgaben 7, 8 und 9 in 2020 konnten pünktlich fertig gestellt werden und informierten auch trotz den Corona bedingten Schließungen über die erfolgreichen Aktivitäten auf der Sternwarte.

Dabei ist zunächst die Montage der modernisierten Nachführung für den Bamberg-Refraktor durch die Fs. 4H Jena engineering GmbH zu erwähnen und dann den Abbau des 75 cm-Spiegels Anfang Juli durch 4H. Das Projekt „Restaurierung und Erneuerung des 75 cm Zeiss-Spiegelteleskops“ wird finanziert von der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin, die freundlicher Weise die Dauer des Projektes um ein Jahr verlängert hat, da auch 4H durch die Corona-Pandemie die geplanten Termine nicht halten kann. (Die Rückführung und Inbetriebnahme des Spiegels ist nun für das Frühjahr 2022 geplant.)

Die Aktivitäten der Arbeitsgruppen waren auf Grund der Corona-Beschränkungen stark reduziert; auch Praktika konnten nicht stattfinden. Wesentliche Aktivitäten unserer Vereinsarbeit waren damit zum Nichtstun verdammt. Die Mondgruppe hielt tapfer Kontakt über Videokonferenzen; die laufenden Mondprotokolle ab Nr. 629 sind dafür ein beeindruckendes Zeugnis.

Von August bis Oktober konnten die Mittwochsvorträge mit geringer Platzzahl (max. 60 Besucher) entsprechend dem dann gültigen Hygienekonzept angeboten werden, Es wurde insgesamt wieder eine aktuelle Mischung aus verschieden Wissensgebieten angestrebt, was beim Publikum positiv aufgenommen wurde. Dann hat ab 30.10. der zweite „Lockdown“ gegriffen; die Prognose ging damals bis zum Jahresende. Wieder mussten vereinbarte Termine mit Referenten verschoben werden, und das mehrfach, wie wir jetzt wissen, bis heute.

Unsere Web-Seite bekam damit auch die Funktion, jeweils die neuen Einschränkungen zeitnah zu kommunizieren, leider bis heute!

Trotz der schweren und anhaltenden Beschränkungen des Zutritts zu den Gebäuden haben die Bibliotheks-AG, die „Aufräumtruppe“ und die Beobachter auf der Sternwarte in kleinen Schritten die jeweiligen Bereiche gepflegt und wesentliche Fortschritte für die künftige Benutzungsmöglichkeit erreicht. Allen, die daran beteiligt waren, sei hier herzlich gedankt!

Berlin-Schöneberg, 3. Oktober 2021

Der Vorstand