14 02, 2019

Wissenschaft Live 13.11.2019

2019-11-07T09:41:43+01:00
Astronomie im alten Ägypten – Zeitmessung, Kalender, Pyramiden
Prof. Dr. Gudrun Wolfschmidt, Hamburg

Astronomie und Vermessungstechnik waren hoch entwickelt im alten Ägypten. Beim Bau von Pyramiden (Giseh: Cheops, Chefren, Mykerinos, ~2500 v.Chr., 4. Dynastie) und Tempeln (Sonnentempel in Theben und Karnak) erfolgte eine genaue Orientierung nach den Himmelsrichtungen.
Besonders eindrucksvoll ist Abu Simbel (Unesco seit 1976), ein Felsen-Heiligtum für Ramses II., 19. Dynastie, um 1250 v.Chr. Der Tempel ist so orientiert, dass jeweils am 21. Oktober und 21. Februar beim sog. Sonnenwunder die Strahlen der aufgehenden Sonne die Statuen des Ptah, Amun-Re, Ramses II. und Re-Harachte weit hinten im Tempel für etwa 20 Minuten beleuchten. Kosmologisch von Interesse sind die drei Schöpfungsmythen von Hermopolis, Heliopolis und Memphis.
Zur Zeitmessung bei Tag und Nacht dienten vielfältige Instrumente wie Wasser-, Sonnen- und Sternuhren (Nachtuhren, Diagonaluhren). Das Ägyptische Jahr teilte man in drei Jahreszeiten (Überschwemmung, Aussaat, Ernte) mit je 4 Monaten zu 30 Tagen ein, plus 5 Zusatztage. Den Neujahrstag markierte der Frühaufgang des Sothis (Sirius), der mit der Nil-Überschwemmung zusammenfiel. Auf Vorschlag des Astronomen Sosígenes von Alexandria wurde mit dem Dekret von Canopus (238 v. Chr.) das Alexandrinische Jahr eingeführt mit einem Schalttag alle 4 Jahre. Diese Idee übernahm Caesar 45 v. Chr. und ist als Julianisches Jahr bekannt.
Der Sonnenkult hatte große Bedeutung; es gab den Sonnengott Re in diversen Gestalten: Horus, Skarabäus, Himmelskuh Hathor, Osiris. Während der Amarna-Zeit, 1363-1346 v.Chr., gab es unter Amenophis IV. Echnaton eine monotheistische Religion mit dem Sonnengott Aton als einzige Gottheit.

Wissenschaft Live 13.11.20192019-11-07T09:41:43+01:00
12 02, 2019

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2019-02-12T11:09:14+01:00

Wissenschaft Live

Die traditionsreichen Mittwochsvorträge zu Themen aus Astronomie und den damit verbundenen Natur- und Kulturwissenschaften finden regelmäßig im Planetarium am Insulaner statt. Der Eintritt ist für Mitglieder des Vereins der Wilhelm-Foerster-Sternwarte kostenlos.

Nächster Vortrag: 13. Februar 2019, 20 Uhr

„Jagd nach Geisterteilchen – Neutrino-Astronomie am Südpol“
Dr. Anna Franckowiak, DESY Zeuthen

Termine und Themen im Februar 2019:

06.02. „Warum die Erde kippt – Ursachen für die echte Polwanderung“
Dr. Bernhard Steinbach, GFZ Potsdam
13.02. Jagd nach Geisterteilchen – Neutrino-Astronomie am Südpol
Dr. Anna Franckowiak, DESY Zeuthen
20.02. noch offen
27.02. „Unsere Rückkehr zu Apollo 17“
N.N., PTScientists Berlin
Vorschau:

06.03.2019 „Jules Vernes Mondreiseromane im Spiegel ihrer Zeit“
Prof. Ralf Junkerjürgen, Universität Regensburg Weltraum und Literatur:
27.03.2019 „1342: Ein Starkregen verheert Mitteleuropa“
Prof. Dr. Bork, Universität Kiel, Institut für Ökosystemforschung
10.04.2019 „Ostern zwischen Bibel und Kalender“
Prof. D.B. Herrmann, ehem. Archenhold-Sternwarte Treptow
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7 02, 2019

Bild des Monats Februar 2019

2019-03-01T11:00:20+01:00

Feuermond trotz Wolkenbruch – Die totale Mondfinsternis vom 20/21. Januar 2019

Eine Mondfinsternis mitten im Winter, das verspricht gute Beobachtungsbedingungen, steht der Vollmond doch nur dann hoch am Himmel. Jedenfalls wenn das Ereignis auch zur Mitte der Nacht stattfindet und das Wetter mitspielt. In Deutschland war das Ereignis nur etwas für Frühaufsteher und der Mond stand zu Beginn der Finsternis schon recht tief am Westhorizont. Die angesagte Frostperiode verhieß zumindest klare Nächte, doch leider stellte sich ich vielen Regionen in den frühen Morgenstunden Hochnebel ein, der den Blick auf unseren Erdtrabanten verhinderte. So wurden auch die Hoffnungen auf eine schöne Beobachtung auf unserer Sternwarte von einer dicken Hochnebelschicht zunichte gemacht.

Auch eine Reise an die sonnengewohnte US Westküste ist im Januar keine Wettergarantie. Die Vorhersage kündete von Alaska bis Mexiko eine über 90%ige Wolkenwahrscheinlichkeit an. So gestaltete sich die Jagd nach der Wolkenlücke auch im Großraum San Franzisco mehr als abenteuerlich. Der Plan, die Bedingungen mit einer Fahrt in den Regenschatten hinter den ersten Hügelketten zu verbessern endete in tiefhängenden Wolken, strömendem Regen und überschwemmten Straßen mit Steinschlag. Erst die Flucht zurück zur Küste führte in eine (wegen mangelnder Netzabdeckung im Hinterland unbemerkt) heranziehenden Wetterverbesserung und zu einer erfreulich klaren Beobachtung der gerade zu Ende gehenden Totalität und der kompletten Austrittsphase des Mondes aus dem Erdschatten und einem hervorragenden Beispiel der bei allen Astronomen so beliebten Wolkenloch-Astronomie.

Aufnahmedaten
Partielle Phase während Austritt des Mondes aus dem Kernschatten
Fremont, Kalifornien
2019-01-21 06:08:54 UT
10cm F8 Refraktor und Canon 600D DSLR
2sec bei ISO200
S. Fröhlich & G. Gottschalk, WFS Berlin

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