14 02, 2019

Wissenschaft Live 26.02.2020

2020-02-20T16:43:32+01:00

Landung auf dem Asteroiden Ryugu

Prof. Dr. Ralf Jaumann, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt Berlin Adlershof

Am 3. Dezember 2014 startete die japanische Mission Hayabusa 2 zum 900 Meter großen, erdbahnkreuzenden Apollo-Asteroiden (162173) Ryugu, um Proben von der Oberfläche einzusammeln und damit im Jahr 2020 zur Erde zurückzukehren. Mit an Bord ist MASCOT (Mobile Asteroid Surface Scout), eine deutsch-französische Landesonde mit Orientierungssinn. Die vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt entwickelte Landesonde kann sich durch impulsgesteuerte Sprünge auf der Oberfläche des Asteroiden fortbewegen und an verschiedenen Stellen Messungen durchführen. MASCOT landete sicher am frühen Morgen des 3. Oktober 2018. MASCOT absolvierte einen vollständigen Messzyklus aller Instrumente über einen Asteroidentag und eine Asteroidennacht hinweg. Ein Tag-Nacht-Zyklus auf Ryugu entspricht rund 7 Stunden und 36 Minuten. Nach einem ‚Mini-Move‘ war MASCOT in der Lage, Bildsequenzen aufzunehmen, aus denen sich 3-dimsionale Bilder der Oberfläche generieren lassen, was die Bestimmung von Entfernungen und Größen erlaubt. Bei den ersten Manövern bewegte sich MASCOT jeweils einige Meter bis zur nächsten Messstelle. Zum Abschluss wagten die Forscher noch einen größeren Hüpfer. Insgesamt hat MASCOT auf Ryugu drei Asteroidentage und zwei Asteroidennächte hindurch kontinuierlich seine Arbeit verrichtet. Um 21:04 Uhr MESZ wurde schließlich die Kommunikation mit Hayabusa2 wegen des mit jedem Asteroidenumlauf eintretenden Funkschattens unterbrochen. Ursprünglich war der Betrieb nach der Abtrennung von der japanischen Muttersonde Hayabusa2 für 16 Stunden vorgesehen. Am Ende wurden es sogar mehr als 17 Stunden. MASCOT war die erst Landung auf einem Asteroiden. Wissenschaftliches Ziel der Mission war es zu verstehen, wann und wie Asteroiden entstanden sind und aus was sie genau bestehen. Ryugu ist ein erdnaher Asteroid, der aber keine Gefahr darstellt. Dennoch, die Kenntnis der Zusammensetzung solcher Körper ist wichtig, um notfalls Gegenmaßnahmen zur Abwehr einer Kollision ergreifen zu können.

Wissenschaft Live 26.02.20202020-02-20T16:43:32+01:00
12 02, 2019

Vorlage2

2019-02-12T11:09:14+01:00

Wissenschaft Live

Die traditionsreichen Mittwochsvorträge zu Themen aus Astronomie und den damit verbundenen Natur- und Kulturwissenschaften finden regelmäßig im Planetarium am Insulaner statt. Der Eintritt ist für Mitglieder des Vereins der Wilhelm-Foerster-Sternwarte kostenlos.

Nächster Vortrag: 13. Februar 2019, 20 Uhr

„Jagd nach Geisterteilchen – Neutrino-Astronomie am Südpol“
Dr. Anna Franckowiak, DESY Zeuthen

Termine und Themen im Februar 2019:

06.02. „Warum die Erde kippt – Ursachen für die echte Polwanderung“
Dr. Bernhard Steinbach, GFZ Potsdam
13.02. Jagd nach Geisterteilchen – Neutrino-Astronomie am Südpol
Dr. Anna Franckowiak, DESY Zeuthen
20.02. noch offen
27.02. „Unsere Rückkehr zu Apollo 17“
N.N., PTScientists Berlin
Vorschau:

06.03.2019 „Jules Vernes Mondreiseromane im Spiegel ihrer Zeit“
Prof. Ralf Junkerjürgen, Universität Regensburg Weltraum und Literatur:
27.03.2019 „1342: Ein Starkregen verheert Mitteleuropa“
Prof. Dr. Bork, Universität Kiel, Institut für Ökosystemforschung
10.04.2019 „Ostern zwischen Bibel und Kalender“
Prof. D.B. Herrmann, ehem. Archenhold-Sternwarte Treptow
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7 02, 2019

Bild des Monats Februar 2019

2019-03-01T11:00:20+01:00

Feuermond trotz Wolkenbruch – Die totale Mondfinsternis vom 20/21. Januar 2019

Eine Mondfinsternis mitten im Winter, das verspricht gute Beobachtungsbedingungen, steht der Vollmond doch nur dann hoch am Himmel. Jedenfalls wenn das Ereignis auch zur Mitte der Nacht stattfindet und das Wetter mitspielt. In Deutschland war das Ereignis nur etwas für Frühaufsteher und der Mond stand zu Beginn der Finsternis schon recht tief am Westhorizont. Die angesagte Frostperiode verhieß zumindest klare Nächte, doch leider stellte sich ich vielen Regionen in den frühen Morgenstunden Hochnebel ein, der den Blick auf unseren Erdtrabanten verhinderte. So wurden auch die Hoffnungen auf eine schöne Beobachtung auf unserer Sternwarte von einer dicken Hochnebelschicht zunichte gemacht.

Auch eine Reise an die sonnengewohnte US Westküste ist im Januar keine Wettergarantie. Die Vorhersage kündete von Alaska bis Mexiko eine über 90%ige Wolkenwahrscheinlichkeit an. So gestaltete sich die Jagd nach der Wolkenlücke auch im Großraum San Franzisco mehr als abenteuerlich. Der Plan, die Bedingungen mit einer Fahrt in den Regenschatten hinter den ersten Hügelketten zu verbessern endete in tiefhängenden Wolken, strömendem Regen und überschwemmten Straßen mit Steinschlag. Erst die Flucht zurück zur Küste führte in eine (wegen mangelnder Netzabdeckung im Hinterland unbemerkt) heranziehenden Wetterverbesserung und zu einer erfreulich klaren Beobachtung der gerade zu Ende gehenden Totalität und der kompletten Austrittsphase des Mondes aus dem Erdschatten und einem hervorragenden Beispiel der bei allen Astronomen so beliebten Wolkenloch-Astronomie.

Aufnahmedaten
Partielle Phase während Austritt des Mondes aus dem Kernschatten
Fremont, Kalifornien
2019-01-21 06:08:54 UT
10cm F8 Refraktor und Canon 600D DSLR
2sec bei ISO200
S. Fröhlich & G. Gottschalk, WFS Berlin

Bild des Monats Februar 20192019-03-01T11:00:20+01:00