Landung auf dem Asteroiden Ryugu

Prof. Dr. Ralf Jaumann, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt Berlin Adlershof

Am 3. Dezember 2014 startete die japanische Mission Hayabusa 2 zum 900 Meter großen, erdbahnkreuzenden Apollo-Asteroiden (162173) Ryugu, um Proben von der Oberfläche einzusammeln und damit im Jahr 2020 zur Erde zurückzukehren. Mit an Bord ist MASCOT (Mobile Asteroid Surface Scout), eine deutsch-französische Landesonde mit Orientierungssinn. Die vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt entwickelte Landesonde kann sich durch impulsgesteuerte Sprünge auf der Oberfläche des Asteroiden fortbewegen und an verschiedenen Stellen Messungen durchführen. MASCOT landete sicher am frühen Morgen des 3. Oktober 2018. MASCOT absolvierte einen vollständigen Messzyklus aller Instrumente über einen Asteroidentag und eine Asteroidennacht hinweg. Ein Tag-Nacht-Zyklus auf Ryugu entspricht rund 7 Stunden und 36 Minuten. Nach einem ‚Mini-Move‘ war MASCOT in der Lage, Bildsequenzen aufzunehmen, aus denen sich 3-dimsionale Bilder der Oberfläche generieren lassen, was die Bestimmung von Entfernungen und Größen erlaubt. Bei den ersten Manövern bewegte sich MASCOT jeweils einige Meter bis zur nächsten Messstelle. Zum Abschluss wagten die Forscher noch einen größeren Hüpfer. Insgesamt hat MASCOT auf Ryugu drei Asteroidentage und zwei Asteroidennächte hindurch kontinuierlich seine Arbeit verrichtet. Um 21:04 Uhr MESZ wurde schließlich die Kommunikation mit Hayabusa2 wegen des mit jedem Asteroidenumlauf eintretenden Funkschattens unterbrochen. Ursprünglich war der Betrieb nach der Abtrennung von der japanischen Muttersonde Hayabusa2 für 16 Stunden vorgesehen. Am Ende wurden es sogar mehr als 17 Stunden. MASCOT war die erst Landung auf einem Asteroiden. Wissenschaftliches Ziel der Mission war es zu verstehen, wann und wie Asteroiden entstanden sind und aus was sie genau bestehen. Ryugu ist ein erdnaher Asteroid, der aber keine Gefahr darstellt. Dennoch, die Kenntnis der Zusammensetzung solcher Körper ist wichtig, um notfalls Gegenmaßnahmen zur Abwehr einer Kollision ergreifen zu können.